Döner Kebab ohne Salat?7 Minuten
Was ist ein guter Döner Kebab? Ein vollständiger Döner Kebab mit ausreichend Salat und Soße.
Die Geburt der Döner-Tasche
Der Legende nach steckte Kadir Nurman 1972 als Erster das Fleisch in einen Fladen- und hatte die in Deutschland so beliebte Variante des Döners erfunden.
Quelle: Berlin.de
Ja, ich habe lange in Berlin gelebt. Und dort vermutet man die Geburt des Döner Kebab. Auf Platz zwei der Fast Food-Lieblinge der Berliner und der Besucher, hat er sich etabliert, nur die Currywurst ist noch beliebter.
1. Der Döner wird teurer
Alles wird teurer. Aber dass ist kein Grund, auf das leckere Essen zu verzichten. Dafür hat man Verständnis. Zahlt man gerne, wenn alles stimmt. Gönnt man sich eben etwas seltener den Genuss
1.1. Was gehört zu einem guten Döner Kebab?
Mittlerweile gibt es allein in Deutschland über 16.000 Dönerbuden. Berlin sei mit über 1600 Läden aber „die Hauptstadt des Döners“.
250 Betriebe der deutschen Döner-Industrie beliefern nach Angaben des Vereins ATDiD sogar 80 Prozent des EU-Markts. 400 Tonnen Fleisch stecken sie dafür pro Tag auf die Spieße.
Quelle: Berlin.de
Die Grundlagen sind überall gleich. Vielleicht variieren noch einige Beilagen.
Aber das kann ich überall erwarten:
- Eisbergsalat,
- Weißkohl,
- Rotkohl,
- Tomaten,
- Salatgurke,
- Zwiebeln (wenn man sie mag).
und natürlich die gute Soße:
- Tzatziki,
- Joghurt,
- Curry,
- und/oder scharfe Soße.
in verschiedenen Broten:
- Fladenbrot,
- dünnes Fladenbrot, welches dann gerollt wird.
Und nicht zu vergessen, das Fleisch:
- Rind-/Kalbfleisch,
- oder Schaf-/Lammfleisch,
- oder Hähnchen-/Putenfleisch.
1.2. Das Fleisch im Döner
Nach den Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse des deutschen Lebensmittelbuchs werden dünne Fleischscheiben vom Schaf und/oder Rind abwechselnd mit einer Hackfleischmasse auf einen Drehspieß aufgesteckt. Der Hackfleischanteil darf höchstens 60 Prozent betragen.
Außer Salz und Gewürzen sowie gegebenenfalls Eiern, Zwiebeln, Öl, Milch und Joghurt werden keine weitere Zutaten verwendet.
Bei Hähnchen-/Puten-Döner Kebab wird kein zu Hackfleisch zerkleinertes Fleisch eingesetzt; der maximale Hautanteil beträgt 18 Prozent.
1.3. Für den Döner gibt es ein Qualitätssiegel
Nach früheren Lebensmittelskandalen hat die Branche ein Gütesiegel entwickelt. Das Qualitätssiegel von ATDiD kann nach Absolvieren eines Seminars zur Hygiene bei der Lagerung, Zubereitung und Ausgabe des fertigen Döners, am Imbiss angebracht werden.
2. Die Geschichte des Döners
Laut dem Verein türkischer Döner-Hersteller in Europa ATDiD gilt der Gastarbeiter Kadir Nurman als Erfinder des Döner Kebab. Als Wegbereiter gilt Iskender Efendi aus der türkischen Stadt Bursa.
1972 kam ihm die Idee für ein schnelles Essen. Zuerst nahm er nur Fleisch im Brot, später kam dann noch Salat dazu. Als Krönung folgte die Soße.
2.1. Am Anfang kamen hauptsächlich Gastarbeiter

In den Anfangsjahren haben hauptsächlich Gastarbeiter Döner Kebab in Nurmans Imbissbude beim Zoo am Kurfürstendamm gegessen, bis die Deutschen den Snack auf die Hand für sich entdeckten.
Kadir Nurman starb im Oktober 2013 im Alter von 80 Jahren in Berlin.
2.2. Eines der beliebtesten Fast Food-Gerichte der Deutschen
Auch wenn es oft behauptet wird, der in Deutschland so benannte Döner ist deutsch und nicht typisch türkisch.
Das Kebab-Fleisch vom Spieß gab es früher in der Türkei nur einmal die Woche und eher als Delikatesse. Inzwischen ist das Kebab im Fladenbrot auch in der Türkei als Döner bekannt.
3. Berlin, die Hauptstadt vom Döner
Man nennt in Berlin den Döner nicht Fast Food sondern vollwertige Mahlzeit, die man ohne schlechtes Gewissen essen darf. Ist ja auch reichlich gesunder und frischer Salat dabei.
3.1. Berlin als Standard
Nun wohne ich aber nicht mehr in Berlin. Aber Döner-Läden gibt es inzwischen fast überall. Und in Hannover gibt es auch sehr viele Imbisse und Restaurants.
4. Und wie sieht es in Hannover aus?
In Hannover gehört der leckere Snack ebenfalls zum alltäglichen Essen. An fast jeder Ecke findet man einen Döner-Imbiss oder ein türkisches Restaurant mit einem Döner-Teller. Für einen richtig guten Döner nimmt man sogar längere Wege in Kauf.
4.1. Die Zutatenmenge verändert sich
Aber in letzter Zeit macht es keinen Spaß mehr, einen Döner zu essen. Gerade bei meinem Lieblings-Döner-Imbiss, den ich immer empfohlen habe, ärgert man sich bald jedes zweite Mal, wenn man Zuhause den Döner auspackt und feststellen muss, was dieses Mal wieder alles fehlt. In letzter Zeit ist ein guter Döner eher die Ausnahme.

Seit einiger Zeit verschwindet der Salat immer mehr. Ist der inzwischen so teuer geworden, der Rot-, Weißkohl und Eisbergsalat?
Die Menge des Fleisches nimmt nicht ab. Aber gerade die Mischung macht den guten Döner aus. Und wenn mal genug Salat vorhanden ist, fehlt dafür die Soße oder ist so wenig, dass man sie kaum bemerkt.
Und anschließend nimmt man sich vor, keinen Döner mehr dort zu kaufen.
4.2. Der Kunde als Störung beim Plausch mit dem Kollegen
Als Imbissvariante wird es meist in einem aufgeschnittenen Fladenbrot (Pide) in einer Dönertasche aus Papier ausgegeben.
Weitere Varianten sind der Dürüm („Rolle“) bzw. Yufka-Döner sowie der Rollo, in der das Fleisch in ein besonders dünnes Fladenbrot gewickelt wird.
Quelle: Döner Kebab Wikipedia
Es stört mich nicht so sehr, dass die Mitarbeiter mehr miteinander reden als mit mir. Als Kunde wird man gerne nach der Bestellung ignoriert. Aber die ganze Zeit reden die Kollegen auf türkisch miteinander, unterbrochen von kurzen Worten in meine Richtung, die ich fast nicht bemerke, weil ich mich nicht angesprochen fühle.

„Soße?“. Dann geht es auf türkisch weiter mit dem Kollegen, der neben ihm steht. Nun bin ich wieder dran: „Salat?“
Aber schlimm wird es, wenn der Kunde auch noch Bitten äußert. Man möchte mehr Rotkohl und auch noch Zwiebeln. Und da die Kommunikation nicht stimmt, und man nicht die ganze Zeit dem Dienstleister auf die Finger starren will, ist es schnell passiert.
„Ist Soße drauf?“ Augen verdrehen und nicken. Natürlich stellt man zuhause fest, dass der Kollege wichtiger war. Bei dem intensiven Gespräch wurde wiedermal die Soße vergessen. Und die Zwiebeln und der Eisbergsalat. Dafür hat man zwei kleine Streifen Weiß- und Rotkohl. Eher mit der Lupe zu suchen. Bei Tomaten und Salatgurke wird schon seit Jahren extrem gespart.
Die darf man sich ansehen, im Imbiss, aufgetürmt zu hohen Bergen.
5. Wunsch und Realität
5.1. Schlechte Erfahrungen
Eigentlich könnte man erwarten, dass Konkurrenz das Geschäft dermaßen belebt, dass man sich gut um seine Kunden kümmert. Leider hat sich das noch nicht herum gesprochen. Es sind eher Ausnahmen.
Schlechter Döner bei jedem Besuch:
- das Fleisch ist verbrannt,
- es ist viel zu wenig Fleisch in dem Brot,
- es gibt zu wenig Salat,
- man findet nur Eisbergsalat vor,
- es ist kaum Soße dabei,
- das Preis-Leistungsverhältnis stimmt gar nicht.
Schlechte Bedienung:
- man wird ignoriert,
- Stammgäste werden bevorzugt bedient und
- man wartet endlos lange deswegen.
5.2. Positive Erfahrungen

Manchmal ist man positiv überrascht, dann gibt man eine gute Bewertung ab. Die Mitarbeiter wechseln ständig. Und ein paar Jahre später ist leider alles wieder vorbei, und der Service wird zunehmend schlechter.
Deshalb sind die folgenden Punkte wechselhaft.
Und ich gebe keine Bewertungen und Empfehlungen mehr ab.
Positive Erfahrungen:
- Schafskäse als zusätzlicher Wunsch,
- Oliven beifügen, wenn gewünscht.
In manchen Imbissen war das eine Zeitlang sogar kostenlos.
Positive Erlebnisse:
- man wird gleichwertig behandelt,
- der Mitarbeiter sieht einen sogar an,
- man wird in ganzen Sätzen angesprochen,
- und wird sofort bedient, obwohl der Kollege gerade spricht.
Zurzeit kann ich leider keinen Döner-Imbiss in meiner unmittelbaren Umgegung empfehlen.
Da muss man doch nach Berlin fahren, dort gibt es noch reichlich davon. Und nun nach Vollendung des Artikels fahre ich am besten gleich los. Ich habe Appetit auf einen leckeren Döner mit genügend Salat und Soße.
Wir sehen uns in Berlin!
Weitere Artikel im Internet:
→ Döner Kebab oder Hackfleischspieß oder …?: Nds. Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
→ Döner Kebab ist eine Berliner Erfindung: Berlin.de
Author Profile
- Marion Klüter ist Multimedia-Fachfrau und Bloggerin. Sie unterhält zwei Blogs mit unterschiedlichen Schwerpunkten, da sich beide Themen nicht miteinander vereinen ließen, denn Wut und Kreativität passen schlecht zueinander. Seit einiger Zeit sind ihr Verlobter und sie stolze Besitzer eines Riesenschnauzers. Trotz vieler Rückschläge in ihrem Leben hat sie den Humor nicht verloren und lacht weiterhin gerne, auch über sich selbst.
Latest entries
Ärger mit Dienstleistern und Behörden26. Juni 2026Döner Kebab ohne Salat?
In eigener Sache26. Dezember 2025Einsames Weihnachten
Ärger mit Dienstleistern und Behörden27. November 2025Keine Achtung vor der Vergangenheit
Die Arbeitswelt24. November 2025Rente oder lieber arbeiten? Oder Beides?